Kann Kunst den Arbeitstag verändern?

Das TFI Aachen mit Geschäftsführerin Jacqueline Lemm und Künstlerin Beate Mack starten ungewöhnliches Forschungsprojekt zur Wirkung selbst gewählter Kunst am Arbeitsplatz

Nachrichten, E-Mails, Termine, Leistungsdruck, permanente Erreichbarkeit: Unser Kopf verarbeitet täglich eine enorme Menge an Informationen. Gleichzeitig verbringen viele Menschen einen großen Teil ihres Tages an ihrem Arbeitsplatz – und sollen dort konzentriert, kreativ und leistungsfähig sein.

Doch welche Rolle spielt eigentlich das, was uns dort jeden Tag umgibt?

Kann ein Kunstwerk an der Wand mehr sein als Dekoration? Kann es einen Moment des Innehaltens schaffen, Stress regulieren, Gedanken verändern oder sogar dazu beitragen, dass wir uns an unserem Arbeitsplatz wohler fühlen?

Genau das wollen das TFI – Institut für Boden- und Raumsysteme an der RWTH Aachen e.V. und die Aachener Künstlerin und Kuratorin Beate Mack jetzt in einem gemeinsamen Pilotprojekt untersuchen.

Und dabei gibt es eine Besonderheit: Die Mitarbeitenden bekommen nicht irgendeine Kunst vorgesetzt. Sie wählen selbst das Werk aus, das sie in den kommenden Monaten an ihrem persönlichen Arbeitsplatz begleiten soll. Rund 20 Kunstwerke stellt Beate Mack dafür zur Verfügung.

Wenn die Wand plötzlich mitarbeitet

Internationale Forschung liefert den Ausgangspunkt

Das Projekt am TFI Aachen knüpft unmittelbar an eine aktuelle internationale Forschungsarbeit an. Im Mai 2026 veröffentlichten die britischen Psychologen Mick Cooper und Maritina Peristeri von der University of Roehampton in London eine systematische Übersichtsarbeit zur psychologischen Wirkung visueller Kunst am Arbeitsplatz. Die Untersuchung erschien in „Psychology of Aesthetics, Creativity, and the Arts“, einer internationalen wissenschaftlichen Fachzeitschrift der American Psychological Association (APA).

Für ihre Übersichtsarbeit recherchierten die Wissenschaftler 909 Veröffentlichungen. In die abschließende Auswertung gingen zehn Studien mit insgesamt rund 1.220 Teilnehmenden ein. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass visuelle Kunst am Arbeitsplatz zu psychischem und körperlichem Wohlbefinden, geistiger Anregung, sozialem Austausch und Arbeitszufriedenheit beitragen kann. Einzelne Untersuchungen fanden zudem Hinweise auf eine Verringerung von Stress und Ärger.

Gleichzeitig benennt die Forschungsarbeit eine entscheidende Lücke: Es fehlen Untersuchungen darüber, wie Kunst über längere Zeit an realen Arbeitsplätzen wirkt – insbesondere dann, wenn Mitarbeitende selbst auswählen, welches Kunstwerk sie täglich begleitet.

An diesem Punkt setzt das Pilotprojekt am TFI in Aachen an.

Ort: TFI – Institut für Boden- und Raumsysteme an der RWTH Aachen e,V,
Charlottenburger Allee 41
52068 Aachen

Wissenschaftliche Referenz

Cooper, Mick; Peristeri, Maritina:
The Psychological Impact of Visual Art in the Workplace on Employees: A Systematic Mixed-Studies Review.
Psychology of Aesthetics, Creativity, and the Arts, 2026.
DOI: 10.1037/aca0000877

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TFI – Institut für Boden- und Raumsysteme an der RWTH Aachen e.V.
Charlottenburger Allee 41
52068 Aachen

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Text: TFI – Institut für Boden- und Raumsysteme an der RWTH Aachen e.V.


Bildnachweis: Fotos: TFI Sabine Gellissen